Warum das deutsche Schulsystem scheiße ist.

  • Ich gehe selber noch in die Schule, auf ein Gymnasium, in der 10. Klasse und ich möchte euch nun mal erklären, warum das deutsche Schulsystem total beschissen ist.



    1. Die Lehrer sind zu fest an den Lehrplan gebunden.

    Auch wenn die Lehrer eine recht große Auswahl an Pflicht- und Wahlpflichtthemen haben, haben sie keine großen Freiheiten. Man kann sehr selten etwas, was nicht mit dem Thema zu tun hat, dazwischen schieben. Außerdem MÜSSEN sie den Lehrplan schaffen, weil die Klasse sonst Probleme in den folgenden Klassen haben könnte, da ihnen wichtige Grundlagen fehlen. Durch die feste Bindung, sind die Stunden oftmals nicht so locker, was auch den Schülern nicht wirklich gefällt.


    2. Die Schüler werden viel zu wenig auf das Erwachsensein vorbereitet.

    Ein weiteres Problem ist die mangelnde "Ausbildung" zum Erwachsenwerden. Den Schülern wird, zumindest an den meisten Schulen, nicht beigebracht, wie man richtig kocht, eine Steuererklärung schreibt, sich um die Miete kümmert, usw. Klar können es auch die Eltern erklären, aber das Problem liegt hier, dass oft die Eltern keine Zeit haben, alles genau zu erklären.


    3. Lernen, lernen, lernen, lernen, lernen, lernen, lernen, anwenden, lernen, lernen.

    Eines der größten Probleme ist, dass nicht die praktischen Fähigkeiten und Leistungen bewertet werden, sondern die Lernleistung und die Fähigkeit sich alles einzuprägen - was hat das bitte mit Wissen zu tun?! Sind wir mal ehrlich, sollte man einem Schüler im Sportunterricht eine 4 geben, weil er im Ausdauerlauf zu langsam war, sich aber richtig angestrengt hat und deshalb mindestens eine 2 verdient hat? Das Schulsystem sagt "Nö!" In vielen Fächern (Biologie, Geschichte, Geografie, um ein paar Beispiele zu nennen) muss man ein Haufen Zeug auswendig lernen, und ganz selten ist mal eine Anwendungsaufgabe dabei.

    Die Folge daraus: Die Schüler verlieren an Kreativität. Gerade heute brauchen wir eine kreative, frische Jugend, die mit neuen, modernen Ideen herankommt. Aber das kann nicht funktionieren, wenn wir zuhause mehr Zeit in's Lernen als in die Freizeit investiert wird.


    4. Das System ist zu veraltet.

    Deutsch ist an sich sogar ein gutes Anwendungsfach, da man immer seine eigene Meinung mit einbinden muss, aber es gibt natürlich auch theoretisches Wissen, was vorausgesetzt wird. Aber was hat bitte jetzt der Deutschunterricht mit einem veralteten Schulsystem zu tun? Nun, man liest noch immer Bücher wie "Faust" von Goethe oder "Kabale und Liebe" von Schiller - und warum? Weil es das Schulsystem so will. Warum geht man nicht mal auf Bücher ein, die sich mit sozialkritischen, aktuellen Themen, oder Themen, die man selber interessant findet (bei mir wäre das E-Sport oder Computerspielen allgemein), beschäftigen? Ich war wirklich überglücklich, als wir in der 8. Klasse "Die Tribute von Panem" gelesen haben.


    Ich hoffe, ich konnte euch nun mal mit vier Punkten erklären, warum das Schulsystem kacke ist. Es gibt sicherlich noch mehr Punkte, über die man diskutieren kann, aber ich glaube, dass das hier die vier größten Probleme sind.


  • Es gibt mittlerweile Schulen die auf ein Wahl-Unterrichts-System sich umstellen. Heißt: Kinder entwickeln schon sehr früh Neigungen in der Schule.. Manche können gut Zeichnen, sind gut in Mathe aber haben Probleme mit Sprachen. So können diese Kinder gezielt in ihren Stärken gefördert werden.


    Davon mal ab, ist unser System mit Abstand das schlechteste das es gibt. Und das liegt nicht an Goethe, Schiller oder Shakespeare. Es liegt daran, das man viel umsetzen will und deswegen jedes Jahr die Methoden ändert um es zu "vereinfachen".

    Ich habe selber erlebt, wie sich der Wandel anfühlt, da ich vor einiger Zeit nen höheren Abschluss nachgeholt habe. Der Unterricht war komplett anders als zu meiner regulären Schulzeit. Sachen die ich damals durfte, waren nun verboten. Eine Mathe-Abschlussprüfung im alten Stil hätte mich den Abschluss gekostet, da ich nahezu 0 Punkte bekommen hätte. - Damit stimme ich dir in deiner Unterdrückung der Kreativität zu. Du bist Linear gezwungen zu arbeiten. Es wird dir verboten, anders zu arbeiten. Solltest du anders arbeiten, wirst du bestraft.


    Der Unterricht, den wir hier bräuchten, wäre meiner Meinung ein "freier" Unterricht. Im groben vergleichbar mit dem Vorlesungs-System der Uni's: Du kannst zu denen gehen, zu denen du willst. Jedoch mit der Regulierung, das die Schulzeit eingehalten sein muss. f.e 8-11:30 dann pause, und weiter gehts 12-14 Uhr danach Pause um dann den Kindern einen externen Wahlunterricht zu bieten. Früher lief das ganze unter dem Punkt: AG.. AG's wurden nur leider komplett entfernt.. in Grundschulen wird sogar der Sportunterricht reduziert und der Schwimmunterricht wurde komplett gestrichen. Das sind meiner Meinung nach genau die falschen Schritte. - Lehrer müssen entlastet werden, und Schüler ebenso. (Und jeder der denkt das Lehrer es leicht haben: Die müssen die Änderungen des Stoffs ebenfalls neu lernen und dazu es noch so lernen, das sie es anderen beibringen können.)


    Was mich ebenfalls sehr stört sind die ganzen Tests und Prüfungen mitten in den Unterrichtsperioden. Jeder weiß: Steht ein Test an, sind die Kinder unruhig. Der Unterricht in anderen Fächern ist also schlichtweg unmöglich. Warum also nicht feste Prüfungsperioden nutzen. Als bsp.: Jeweils die letzten 2 Wochen vor den nächsten Ferien. Damit haben Kinder wesentlich mehr Freiraum, die Lehrer bekommen den Stoff durch und die Test/Prüfungen können während der Ferien durchgeschaut werden.


    Ach es gibt noch sooooooooooo viel mehr... Aber das reicht erstmal xD Hab darüber lange Diskussionen mit meinem Lehrer damals geführt, der ähnliche Ansichten hatte. :-P